Kreuzband

Das vordere Kreuzband (anterior cruciate ligament – ACL) und das hintere Kreuzband (posterior cruciate ligament – PCL) stellen die zentralen Stabilisatoren des Kniegelenkes dar. Sie verlaufen zentral im Kniegelenk zwischen Ober- und Unterschenkel und gewährleisten zusammen mit den Seitenbändern (Innen- und Außenband), den Menisken (Innen- und Außenmeniskus) und der Muskulatur bzw. dem Kapsel – Band – Apparat die Stabilität des Kniegelenkes.

Die Kreuzbänder bewirken die mechanische Stabilität des Kniegelenkes in der Vor- und Zurückbewegung sowie durch ihre Verdrillung auch eine Drehstabilität.

Das vordere Kreuzband stellt mit seiner ausgeprägten sensomotorischen Funktion den zentralen Bewegungskoordinator im Kniegelenk dar. Es stabilisiert das Kniegelenk insbesondere in strecknaher Stellung und verhindert ein Gleiten des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel nach vorne. Eine weitere Funktion ist die Umformung von Rotations- und Scherkräften in Druckkräfte.

Das hintere Kreuzband stabilisiert das Kniegelenk insbesondere in gebeugter Gelenkstellung und verhindert das Gleiten des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel nach hinten.

Die Kreuzbänder bilden die Achse der Drehbewegung und limitieren bei Rotation diese Bewegung, um das Gelenk stabil zu halten. Ist ein Kreuzband gerissen, so ist die Drehachse nicht mehr im Zentrum des Kniegelenks. Schiebebewegungen und Reibungen der Gelenkflächen führen zu vermehrter Belastung und Schädigungen des Knorpel-und Meniskusgewebes, zu frühfortschreitender Arthrose. Zusätzlich ist die Gefahr erneuter Verletzungen erheblich erhöht und der sportliche und stellenweise und auch der alltägliche Aktivitätsgrad können nicht gehalten werden.

Kreuzbandverletzungen (partielle Risse/Teilrisse/inkomplette Risse oder Komplettrisse) sind überwiegend traumatisch (durch einen Unfall) bedingt, können aber auch bei degenerativen Vorschäden bei Bagatellereignissen auftreten. Die vordere Kreuzbandruptur tritt wesentlich häufiger auf (90%) als eine hintere Kreuzbandruptur (10%) und ist schwerer funktionell muskulär anzugleichen.

Ist ein Kreuzband komplett gerissen, wird das Gelenk instabil, häufig verbunden mit einem unsicheren Gefühl im Knie (Instabilitätsgefühl). Die Instabilität und die damit verbundene, gestörte Gelenkmechanik, z.B. vermehrte Reibung der Gelenkflächen bzw. des Knorpels, Drehpunktänderung, Änderung der Druckverteilung, plötzliche Gewalteinwirkung usw. führen akut und auf Dauer zu weiteren Schädigungen der Gelenkstrukturen, der Menisken und des Knorpels.

Oberstes Ziel ist die Wiederherstellung der Kniegelenkstabilität, um Folgeschäden und die Entwicklung einer Arthrose zu vermeiden.